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DAS TRAUERFEUER Und Trauerrituale
Die Kraft des gemeinschaftlichen Trauerns

"Grief has never been private; it has always been communal. Subconsciously, we are awaiting the presence of others, before we can feel safe enough to drop to our knees on the holy ground of sorrow." Francis Weller

Nächste Termine:
Sommertrauerfeuer 11-14 Juni 2026
Klingenmühle Schweiz

Was ist trauern in Gemeinschaft?

"Gemeinsames Trauern bietet uns etwas, das wir nicht erreichen können, wenn wir allein trauern. Durch Bestätigung, Anerkennung und Miterleben ermöglicht uns gemeinsames Trauern eine tiefe und befreiende Heilung. Jeder von uns hat ein grundlegendes Menschenrecht auf diese wahre Liebe, dieses Glück und diese Freiheit.⁠" Sobonfu Somé⁠

​Trauer in Gemeinschaft zu erleben heißt, sich mit anderen verbunden zu fühlen – mit Menschen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder einfach bereit sind, den Schmerz mitzutragen. Es geht darum, einen geschützten Raum zu haben, in dem alles da sein darf: Schmerz, Erinnerungen, aber auch Hoffnung und neues Leben. In solchen Räumen spürt man oft, dass Trauer nicht nur schwer sein muss, sondern auch etwas Verbindendes und sogar Kraftvolles haben kann.

Trauer kann sich in Gemeinschaft anders anfühlen als in der Stille des Alleinseins. Wenn wir sie teilen, spüren wir, dass wir nicht allein sind mit unserem Schmerz. Manchmal fehlen uns die Worte für das, was wir fühlen – aber in einer Gemeinschaft können Rituale, Musik oder einfach das Zusammensein helfen, dem Ausdruck zu verleihen. Außerdem erinnern uns andere daran, dass das Leben trotz des Verlusts weitergeht – und dass wir mit unserer Trauer gesehen und gehalten werden.

In unserer Gesellschaft wird Trauer oft als etwas Privates, manchmal sogar als etwas Störendes empfunden. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit ihrer eigenen Trauer oder mit der Trauer anderer umgehen sollen. Dabei gehört Trauer zum Leben dazu. Eine bewusste Trauerkultur bedeutet, dass wir der Trauer wieder einen Platz in unserem Leben geben – durch Rituale, durch Gemeinschaft und durch einen offeneren Umgang mit diesem Thema.

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Sind Trauerrituale nur für Menschen die jemanden verloren haben?

​Trauerrituale sind für alle, die einen Verlust erfahren haben – und das kann vieles sein. Es kann der Verlust eines geliebten Menschen sein, aber auch das Ende einer Beziehung, der Verlust eines Lebenstraums oder eine Veränderung, die Abschied erfordert. Rituale helfen uns dabei, Übergänge bewusst zu gestalten und dem, was wir loslassen müssen, einen würdigen Raum zu geben.

Trauerrituale sind auch Lernräume, wenn Du Dich und Deine Trauer kennenlernen willst oder auch wenn Du das Gefühl hast, dass Du aufgehört hast zu trauern.

„We grieve the loves we’ve lost. We grieve our abilities vanishing through illness or age. We grieve the loss of faith in our religion. We grieve our children leaving home. We grieve the paths we didn’t walk. We grieve the family we never had. We grieve the suffering of the planet. But while grief may look like an expression of pain that serves no purpose, it is actually the soul’s acknowledgment of what we value. Grief is the honour we pay to that which is dear to us. And it is only through the connection to what we cherish that we can know how to move forward. In this way, grief is motion.

Yet in our culture, we are deeply unskilled with grief. We hold it at a distance as best we can, both in ourselves and in each other, treating it as, Joanna Macy says, like “an enemy of cheerfulness.” There is unspoken shame associated with grief. It is sanctioned in very few places, in small doses, for exceptional occasions such as death and tragedy. Beyond that, it can feel dangerous and weak. Perhaps because we fear we’ll drown in our despair, or because it means falling apart in a world which values ‘holding it together’ above all else. But grief plays an essential role in our coming undone from previous attachments. It is the necessary current we need to carry us into our next becoming. Without it, we may remain stuck in that area of our life, which can limit the whole spectrum of our feeling alive." Took-pa Turner

Was ist ein Trauerfeuer Ritual?

Ein Trauerfeuer ist ein gemeinschaftliches Ritual, bei dem Menschen um ein Feuer zusammenkommen, um Trauer, Abschied und Verlust bewusst zu würdigen. Das Feuer symbolisiert Loslassen, Wandlung und Neubeginn und schafft einen geschützten Raum für Erinnerung, Ausdruck und Verlustgeschichten.  

Ein Trauerfeuer ist ein gemeinschaftliches Ritual, bei dem Menschen um ein Feuer zusammenkommen, um Trauer, Abschied und Verlust bewusst zu würdigen. Das Feuer symbolisiert Loslassen, Wandlung und Neubeginn und schafft einen geschützten Raum für Erinnerung, Ausdruck und Heilung.

Es verbindet die tiefe Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Trauer und gemeinschaftlichem Trauern mit Erkenntnissen aus Psychologie und Trauma-Forschung sowie Inspirationen aus europäischen und weltweiten Feuer- und Begräbnisritualen – in einer zeitgemäßen, authentischen Form für hier und heute.

Das von mir angebotene Trauerfeuer basiert auf den Grundprinzipien des von Elke Leophthin Gerwert entwickelten Rituals.

When we talk about spirit, we are referring to the life force in everything. Each of us is seen as a spirit who has taken the form of a human in order to carry out a purpose. Spirit is the energy that helps us to connect, and also helps us in ritual and in connecting with the ancestors.” Sobonfu Some

Kann ich mich auch als Gemeinschaft an Dich wenden um mit Dir gemeinsam ein Trauerritual durchzuführen?

Ja, sehr gern. Du kannst dich sowohl als Einzelperson als auch als Gemeinschaft, Team oder Gruppe an mich wenden. Gemeinsam schauen wir, was ihr braucht und wie ein passender Rahmen für euer Trauerfeuer oder euren Trauerprozess gestaltet werden kann.

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"Leben entsteht aus der Spannung zwischen unserem innersten Streben und einer äußeren Wirklichkeit, die immer ein wenig unvollendet erscheint. Neben dem Ablehnen der unbeliebten Anteile in uns selbst, lernen wir meist auch früh im Leben, die zartesten, empfindsamsten Aspekte unseres Seins zu verstecken – um sie zu schützen. Manchmal verstecken wir sie so gut, dass wir sie selbst nicht mehr finden können! 
Trauern hebt die Schleier und Masken vor unseren Augen und dahinter zeigt sich uns, oft auf eine brennende Weise, wonach unsere Seele sich sehnt. Damit sind keine kurzweiligen Vergnügungen gemeint – nach denen verlangt es uns eher, um uns selbst vom eigentlichen Sehnen abzulenken. 
Die Sehnsucht ist vielmehr eine der größten Kraftquellen für unser Dasein! Wenn ich es schaffe meiner Sehnsucht Raum zu geben, trotz aller Verletzlichkeit, die das mit sich bringt, dann kann ich meine innere Stimme laut und deutlich hören, mich von meiner Intuition leiten lassen. " 

Elke Loepthien-Gerwert

Ursprünge des Trauerfeuers - 
Sobonfu Some und das Circlewise Institut

Der Circlewise-Ansatz für Trauerprozessbegleitung, die Trauerfeuer-Workshops und auch Trauerkreise entstanden auf der Basis von vielen Jahren intensiver Erfahrungen im Veranstalten gemeinschaftlicher Trauerrituale mit Sobonfu Somé. Sobonfu – ohne deren unermüdliches Wirken es auch unsere Arbeit so nicht geben könnte – gehörte zum Volk der Dagara in Burkina Faso. Dort war sie aufgewachsen und verbrachte zeit ihres Lebens jeweils die Hälfte des Jahres dort. Die restlichen Monate lebte sie in Turtle Island/ USA und leitete dort zahlreiche von ihr für westlich sozialisierte Menschen entwickelte Rituale, unter anderem beim und mit dem Circlewise Institut (von 2011-2017).  
Nach Sobonfu's Tod 2017 suchte Elke Loepthien-Gerwert, die Gründerin von Circlewise, nach Möglichkeiten, die Trauerarbeit auf eine für Hier & Heute authentische Weise weiterzuführen und sammelte dafür zahlreiche, insbesondere für gemeinschaftliches Trauern relevante Erkenntnisse westlicher Forschung, insbesondere in Psychologie und Neuropsychologie. Sie betrachtete auch die Grundmuster von verschiedenen Begräbnisritualen und Bräuchen in Europa und anderen Teilen der Welt, die sehr unterschiedlich sind, aber auch einige Ähnlichkeiten aufweisen. 

Auf der Suche nach einem geeigneten Fokuspunkt für ein Trauerritual hier kam die entscheidende Inspiration dafür, als erstes ein Feuer-Ritual zum Trauern zu entwickeln, zum einen von rituellen Feuern, die bei den Anishinabe in Turtle Island/Nordamerika rund um Begräbnisse durchgeführt werden, sowie insbesondere von den sogenannten „Not-Feuern“ im europäischen Raum. Auf unserem Kontinent sind Not-Feuer auch heute noch weithin bekannt, bis vor wenigen Jahrhunderten wurden sie häufig von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft entzündet, und in vielen Regionen auch des deutschsprachigen Raumes sind zahlreiche daran angelehnte Feuer-Rituale als Brauchtum erhalten geblieben. 


Mit den gefundenen Zutaten und Anhaltspunkten entwickelte Elke 2017/18 ein erstes Feuer-basiertes Trauer-Ritual, das seitdem durch die Erfahrungen und Beiträge von und mit dem Circlewise Team, den Teilnehmenden und zahlreichen Mitwirkenden weiter entwickelt, verfeinert und immer wieder etwas neu gestaltet wird – damit es möglichst frei von kultureller Aneignung sein kann, authentisch für hier und für heute und offen für Menschen aller Herkünfte, Religionen und spirituellen Überzeugungen. 

Hier sind ein paar ausgewählte vergangene Veranstaltungen

Vergangene Veranstaltungen

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